Bayerische Meisterschaften Lang und 7. BayernCup

Am zweiten Septemberwochenende ging es in den vorderen Bayerischen Wald. Samstag wurde die  Bayerische Meisterschaft im Lang-OL, der auch als 6. BayernCup Lauf gewertet wurde, ausgetragen. Läufer aller Kategorien starteten bei angenehmen und trockenem und teils sonnigem Wetter auf der neu aufgenommenen Karte, „Dattinger Berg“.  Das Gelände ist abwechslungsreich gewesen und jeder Läufer konnte sich entscheiden, ob er l2017_BML_Bild02ieber 2017_BML_Bild01querfeldein läuft oderie Wege bevorzugt. Pieksige Brombeerranken waren jedenfalls kaum vorhanden. Kniffelig wurde es im westlichen Teil der Karte. Hier erwartete ein von Felsmauern und Steinen durchzogener steiler Hang die Läufer, der ein genaues Lesen der Karte und gutes Orientieren erforderte.

 

Den Läufern der A-Bahn und Elite Bahn wurde auch einiges an Muskelschmalz abgefordert. Da war zu hören: „Ich bin den Hang fast auf allen Vieren hoch.“ oder „Ich habe mir erstmal einen Müsliriegel gegönnt.“

Die gut vertretene OLG konnte sich in vielen Kategorien platzieren und die erstplatzierten durften sich über einen Fichten-Weihnachtsbaum-In-Spe freuen, der von den bayerischen Staatsforsten gespendet wurde.

Am folgenden Sonntag wurde der letzte und 7. Bayerncup Lauf auf der Karte, „Ruseler-Häng“   ausgetragen.

 Zur Vorbereitung eines Wettkampfes, haben wir (die OL-Läufer) gelernt, dass wir die Ausschreibung studieren, die letzten Infos lesen, feststellen, wie weit es bis zum Start ist und nach alten Karten suchen. Auf der Internetseite http://omaps.worldofo.com/ sind wir fündig geworden: Eine Karte mit viel Blau – also Sümpfe und Bächlein! Nun hatte es schon am Samstagabend angefangen zu regnen und auf der Hinfahrt regnete es auch, wir werden also nass werden. Die Frage war folglich nur noch, ob von oben – das ist für alle Brillenträger ein besonderes Handicap; von unten – heißt die Schuhe je nach Modell saugen sich voll und die Füße werden schwerer; oder von der Seite – wenn der Läufer durch grün quert und die Regentropfen der Bäume abstreift. In jedem Fall sollte an die trockene, warme Wechselwäsche gedacht werden. Wer diese vergessen hatte, hatte am Wettkampfzentrum (WKZ) die Möglichkeit sich von innen mit einem vegetarischen Chili einzuheizen.

2017_BML_Bild03Alsdann ging es zum Mitteldistanz-Lauf, der schneller gelaufen werden sollte als ein Langdistanz-Lauf. Wer ihn aber zu schnell gelaufen ist und sich deshalb schlechter orientiert hat oder eine ungünstige Route gewählt hat, durfte seinen ersehnten Platz nicht antreten. – Das ist Orientierungslauf – nicht allein die beste Kondition entscheidet, auch Routenwahl, Konzentrationsfähigkeit, Erfahrung und Glück sind wichtig für ein erfolgreiches Ergebnis.

Dass die OLG-Läufer durch ihr Training und ihre vielen Läufe eine gute Mischung dieser Fähigkeiten getroffen haben, zeigt die Gesamtwertung des Bayerncups. Sechs 1. Plätze, vier 2. Plätze und vier 3. Plätze wurden errungen.

Beachtenswert sind die Leistungen von Sophie Kraus und Konstantin Kraus, die erstmalig 1. Plätze ihrer Kategorie erreicht haben.

 

Birgit Hammer

JWOC 2017

Im Juni ging es nach Herbst letzten Jahres für Isabel und mich zum zweiten Vorbereitungstrainingslager nach Tampere in Finnland. Durch erneute zahlreiche Einheiten konnten wir dadurch unsere neu gesammelten Erfahrungen des ersten Trainingslagers verbessern und weiter schulen, sodass wir am Ende das Gefühl hatten, für die kommenden Wettkämpfe mehr als ausreichend vorbereitet zu sein. Drei Wochen später war es dann soweit: Ab in den Flieger und zur JWOC in Finnland. Hätte man mir vor zehn Jahren gesagt, dass ich einmal für das deutsche Nationalteam im Orientierungslauf bei einer Junioren-Weltmeisterschaft an den Start gehen würde, wer weiss, was ich gedacht hätte.

Untergebracht waren wir in einer Unterkunft in Murikanranta, ca. 40min entfernt von Tampere, der drittgrößten Stadt Finnlands. Während wir am Samstag, den 8. Juli noch fröhlich alle mit den Fliegern eintrudelten, ging es am nächsten Tag schon zum Model-Event der Mitteldistanz. Man könnte sagen, die finale Generalprobe, ob man mit dem Gelände 2017_JWOC_Bild_01stets gut zurecht kam. Einen weiteren Tag später hieß es dann: Jetzt wird’s ernst: Mittel-Distanz-Qualifikation. Priorität war hier, einen überaus stabilen Lauf zu absolvieren und sich keine größeren Fehler zu erlauben, sonst wären die Chancen für das A-Finale sofort dahin. Ich konnte an besagten Tag auf der eher laufbetonten Bahn einen für mich sehr zufriedenstellenden Lauf absolvieren und dachte mir, das müsse eigentlich reichen. Dass ich es am Ende nur um gerade einmal zwei Sekunden schaffen würde, mich für das A-Finale zu qualifizieren, hätte ich nie gedacht. Umso glücklicher und erleichterter war ich natürlich. Neben anderen deutschen Juniorinnen und Junioren schaffte Isabel es trotz leicht müder Beine, sich mit 16 Sekunden Puffer auch ins Finale zu katapultieren. Im Mittel-Finale gelangen uns dann beiden keine perfekten Läufe, aber zumindest konstante Leistungen, sodass wir uns schlussendlich auf Platz 37 und 42 retten konnten. Auf jeden Fall für den Anfang sehr zufriedenstellend, vor allem in dem Gelände!

Einen Tag später war es Zeit für meine Lieblingsdisziplin: Den Sprint-OL. Isabel haderte bei ihrem Lauf etwas mit der Kondition und einigen Routenwahlfehlern, was für sie einen 70. Platz bedeutete. Bei mir dagegen war die Laufform so, wie sie sein sollte. Hätte ich leider nur nicht eine Mauer beim zweiten Posten übersehen, die in meinen Augen mit einer Höhenlinie verschmolzen war, hätte ich es unter die Top30 geschafft. Aber wie sagt man so schön: Hätte, hätte.… Die 30 Sekunden, die ich dadurch verlor, bedeuteten 20 Plätze, am Ende also Rang 50. Dann nächstes Jahr eben wieder. So hatten wir die ersten Wettkämpfe also schon hinter uns gebracht, und bisher waren die Ergebnisse auch soweit echt in Ordnung.

Den Ruhetag vor der vorbestehenden Langdistanz hatten wir uns demnach allesamt voll verdient. Einmal ausschlafen, einmal Lang-Model-Event, einmal im See baden, einmal schlafen und schwupps, war auch schon Langdistanz-Tag. Isabel hatte auf der Strecke mehrere kleine Schlenker und Unsicherheiten zu beklagen, bei mir war es vor allem ein drei Minuten Fehler, der mich die meiste Zeit kostete. Insgesamt verloren wir allerdings wohl bei der Kondition. Im Wald sind wir einfach noch nicht schnell genug – daran müssen wir beide noch am meisten arbeiten. Plätze waren es bei unseren o-technisch passablen Läufen Rang 73 und 74 mit einer Sekunde Unterschied bei 80 Minuten Laufzeit. Mal wieder sehr typisch…

Abschluss der Woche bildete dann die Staffel. Isabel hatte die Ehre, in der ersten Staffel die Startposition zu laufen, ich durfte für die zweite Staffel an dritter Stelle an den Start. Während Isabel durch den Massenstart relativ viel Gegnerkontakt hatte, bestritt ich meinen Lauf grösstenteils im einsamen Alleindurchgang. Konditionelle, totale Erschöpfung bereitete mir einen leicht miserablen Lauf. Isabel konnte dagegen eine relativ konstante Leistung abliefern und machte mit ihrer Staffel am Ende einen Wahnsinns 9. Platz. Meine Staffel schaffte es auf Rang 21. Auch die Junioren-Staffel lief hierbei in die Top10, Chrafti hatte also allen Grund einen zufriedenen Gesichtsausdruck zu machen, als er selber noch mit Christoph zum Betreuerlauf startete. Nach den finalen Siegerehrungen, hiess es dann abends noch: Auf zur JWOC-Party! – die wir uns, so denke ich, auch allemal verdient hatten.

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Warm Up zur Abschlussfeier

Insgesamt war die JWOC damit ein einmaliges, super Erlebnis mit deutlich mehr positiven Erlebnissen (darunter übrigens super Einzel-Platzierungen v.a. der Jungs und Doro) als „negativen Rückschlägen“, und so soll es ja auch sein. Zum Abschluss hier nochmal vielen Dank Chrafti und Christoph für die tolle Organisation, Betreuung und Unterstützung! Ich freue mich zumindest sehr auf den JEC und das nächste Vorbereitungstrainingslager in
Österreich/Ungarn im Oktober und hoffe, dass ich auch 2018 für das Nationalteam an den Startgehen darf.
Mareike Seeger

Sommertrainingslager 2017

2017_SommerTL_Bild_01Am 18. Juli ging es für Ines Schikora, Katrin und Jasmin Hertel, Riccardo Casanova, Timon Lorenz, Laura Fischer und die Betreuerinnen Margit Hertel und Milena Grifoni ins Sommertrainingslager nach Norwegen und Schweden.

Nach einer Übernachtung in Brandenburg, wo wir auch die anderen Teilnehmer trafen, kamen wir 11 Stunden später in Halden, Norwegen, an.

Die Stimmung der 28 Teilnehmer war gut und jeder lief über das Gelände, um alles zu erkunden. Leider verletzte sich Timon dabei am Arm und musste frühzeitig abreisen.

Die ersten sechs Einheiten waren in Halden und Umgebung. Praktisch waren dabei die Karten, die direkt beim Sportverein waren. Die Wälder sind wirklich anspruchsvoll und so zweifelte der eine oder andere an seinen technischen Fähigkeiten. Umso glücklicher war man dann, wenn die Posten reibungslos gefunden wurden. Zur Belohnung ging es häufig an einen der wunderschönen Seen, um dort zu picknicken. Am vierten und damit letzten Tag in Norwegen konnten wir von der Festung Fredriksten aus ganz Halden überblicken. Am 22. ging es dann nach Schweden zum ORingen, der dieses Mal in Värmland stattfand.

ORingen ist eine der weltweit größten OL-Veranstaltungen, die jährlich in Schweden stattfindet. Von den bayerischen Jugendlichen war davor noch keiner dort gewesen und alleine 2017_SommerTL_Bild_02die Organisation dieses riesigen Events war beeindruckend. In diesem Jahr waren mit 14.000 Läufern vergleichsweise wenige Teilnehmer angemeldet. Trotzdem reichten sie aus, um eine komplette Landebahn mit Zelten und Wohnwägen zu füllen. Das Wetter spielte perfekt mit und so standen schnell alle Zelte. Freunde aus Bayern und vor allem Sachsen campten direkt neben uns. Für D/H 14-16 Läufer ging es direkt zur Sprintstaffel in Arvika.

Etwas weiter von unseren Zelten entfernt, war die ORingen-Stadt mit einer Vielzahl von Werbezelten aufgebaut. Moelven zum Beispiel stellte Werkzeuge und Holz zur Verfügung und so waren innerhalb 2 Tage die kreativsten Bänke, Tische, Regale und Vogelhäuser überall verteilt. Einige Mitglieder des Bundeskaders bauten das trojanische Pferd nach, indem man bequem sitzen konnte und gemeinsam griffen wir damit die Festung der Dänen an.

Am nächsten Tag fuhren wir mit Reisebussen zur 1. Etappe. Das Wettkampfzentrum war immer riesig und perfekt mit Zelten, Duschen, Kiosks und riesigem Zieleinlauf ausgestattet. Die verschiedenen Starts waren zwischen 1 und 2.7km entfernt, was jedoch durch die perfekte Organisation der Veranstalter kein Problem war. Das Gelände war typisch skandinavisch und sowohl lauf- als auch o-technisch anspruchsvoll. Die Karten sind aufgrund der vielen Objekte stark vereinfacht und volle Konzentration ist bis zum Schluss absolut notwendig. Die 5. und letzte Etappe war ein Jagdstart für alle Läufer, die innerhalb 90min nach dem führenden Läufer platziert waren. Alle restlichen Läufer hatten einen Startabstand von 15 Sekunden. Leider sind nur Katrin und Riccardo in den Jagdstart gekommen. Trotzdem hatte jeder von uns wirklich Spaß an den Bahnen und einige möchten nochmal an diesem Event teilnehmen. Nach 16 Stunden Fahrt sind auch die Regensburger gut zuhause angekommen.

Zusammengefasst war das Trainingslager, das von Nina Döllgast und Thilo Bruns geleitet wurde, ein voller Erfolg und eine schöne Zeit, die wohl keiner von uns so schnell vergisst.

Laura Fischer

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