JWOC 2017

Im Juni ging es nach Herbst letzten Jahres für Isabel und mich zum zweiten Vorbereitungstrainingslager nach Tampere in Finnland. Durch erneute zahlreiche Einheiten konnten wir dadurch unsere neu gesammelten Erfahrungen des ersten Trainingslagers verbessern und weiter schulen, sodass wir am Ende das Gefühl hatten, für die kommenden Wettkämpfe mehr als ausreichend vorbereitet zu sein. Drei Wochen später war es dann soweit: Ab in den Flieger und zur JWOC in Finnland. Hätte man mir vor zehn Jahren gesagt, dass ich einmal für das deutsche Nationalteam im Orientierungslauf bei einer Junioren-Weltmeisterschaft an den Start gehen würde, wer weiss, was ich gedacht hätte.

Untergebracht waren wir in einer Unterkunft in Murikanranta, ca. 40min entfernt von Tampere, der drittgrößten Stadt Finnlands. Während wir am Samstag, den 8. Juli noch fröhlich alle mit den Fliegern eintrudelten, ging es am nächsten Tag schon zum Model-Event der Mitteldistanz. Man könnte sagen, die finale Generalprobe, ob man mit dem Gelände 2017_JWOC_Bild_01stets gut zurecht kam. Einen weiteren Tag später hieß es dann: Jetzt wird’s ernst: Mittel-Distanz-Qualifikation. Priorität war hier, einen überaus stabilen Lauf zu absolvieren und sich keine größeren Fehler zu erlauben, sonst wären die Chancen für das A-Finale sofort dahin. Ich konnte an besagten Tag auf der eher laufbetonten Bahn einen für mich sehr zufriedenstellenden Lauf absolvieren und dachte mir, das müsse eigentlich reichen. Dass ich es am Ende nur um gerade einmal zwei Sekunden schaffen würde, mich für das A-Finale zu qualifizieren, hätte ich nie gedacht. Umso glücklicher und erleichterter war ich natürlich. Neben anderen deutschen Juniorinnen und Junioren schaffte Isabel es trotz leicht müder Beine, sich mit 16 Sekunden Puffer auch ins Finale zu katapultieren. Im Mittel-Finale gelangen uns dann beiden keine perfekten Läufe, aber zumindest konstante Leistungen, sodass wir uns schlussendlich auf Platz 37 und 42 retten konnten. Auf jeden Fall für den Anfang sehr zufriedenstellend, vor allem in dem Gelände!

Einen Tag später war es Zeit für meine Lieblingsdisziplin: Den Sprint-OL. Isabel haderte bei ihrem Lauf etwas mit der Kondition und einigen Routenwahlfehlern, was für sie einen 70. Platz bedeutete. Bei mir dagegen war die Laufform so, wie sie sein sollte. Hätte ich leider nur nicht eine Mauer beim zweiten Posten übersehen, die in meinen Augen mit einer Höhenlinie verschmolzen war, hätte ich es unter die Top30 geschafft. Aber wie sagt man so schön: Hätte, hätte.… Die 30 Sekunden, die ich dadurch verlor, bedeuteten 20 Plätze, am Ende also Rang 50. Dann nächstes Jahr eben wieder. So hatten wir die ersten Wettkämpfe also schon hinter uns gebracht, und bisher waren die Ergebnisse auch soweit echt in Ordnung.

Den Ruhetag vor der vorbestehenden Langdistanz hatten wir uns demnach allesamt voll verdient. Einmal ausschlafen, einmal Lang-Model-Event, einmal im See baden, einmal schlafen und schwupps, war auch schon Langdistanz-Tag. Isabel hatte auf der Strecke mehrere kleine Schlenker und Unsicherheiten zu beklagen, bei mir war es vor allem ein drei Minuten Fehler, der mich die meiste Zeit kostete. Insgesamt verloren wir allerdings wohl bei der Kondition. Im Wald sind wir einfach noch nicht schnell genug – daran müssen wir beide noch am meisten arbeiten. Plätze waren es bei unseren o-technisch passablen Läufen Rang 73 und 74 mit einer Sekunde Unterschied bei 80 Minuten Laufzeit. Mal wieder sehr typisch…

Abschluss der Woche bildete dann die Staffel. Isabel hatte die Ehre, in der ersten Staffel die Startposition zu laufen, ich durfte für die zweite Staffel an dritter Stelle an den Start. Während Isabel durch den Massenstart relativ viel Gegnerkontakt hatte, bestritt ich meinen Lauf grösstenteils im einsamen Alleindurchgang. Konditionelle, totale Erschöpfung bereitete mir einen leicht miserablen Lauf. Isabel konnte dagegen eine relativ konstante Leistung abliefern und machte mit ihrer Staffel am Ende einen Wahnsinns 9. Platz. Meine Staffel schaffte es auf Rang 21. Auch die Junioren-Staffel lief hierbei in die Top10, Chrafti hatte also allen Grund einen zufriedenen Gesichtsausdruck zu machen, als er selber noch mit Christoph zum Betreuerlauf startete. Nach den finalen Siegerehrungen, hiess es dann abends noch: Auf zur JWOC-Party! – die wir uns, so denke ich, auch allemal verdient hatten.

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Warm Up zur Abschlussfeier

Insgesamt war die JWOC damit ein einmaliges, super Erlebnis mit deutlich mehr positiven Erlebnissen (darunter übrigens super Einzel-Platzierungen v.a. der Jungs und Doro) als „negativen Rückschlägen“, und so soll es ja auch sein. Zum Abschluss hier nochmal vielen Dank Chrafti und Christoph für die tolle Organisation, Betreuung und Unterstützung! Ich freue mich zumindest sehr auf den JEC und das nächste Vorbereitungstrainingslager in
Österreich/Ungarn im Oktober und hoffe, dass ich auch 2018 für das Nationalteam an den Startgehen darf.
Mareike Seeger

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